Aktualisiert am 12. Juni 2026
Wie viele Bitcoin gibt es?
Die Kurzfassung: Es wird nie mehr als 21 Millionen Bitcoin geben. Rund 20 Millionen davon sind bereits im Umlauf, etwa 95 Prozent der Gesamtmenge. Der Rest entsteht über die kommenden gut hundert Jahre, in immer kleineren Schritten, bis um das Jahr 2140 Schluss ist. Schätzungsweise 3 bis 4 Millionen Bitcoin sind allerdings für immer verloren, die tatsächlich verfügbare Menge ist also kleiner.
Der Rest dieser Seite erklärt, woher die Zahlen kommen und wie belastbar die 21-Millionen-Grenze wirklich ist.
Warum genau 21 Millionen?
Die Zahl selbst ist eine Designentscheidung des Bitcoin-Erfinders und letztlich willkürlich. Es hätten auch 42 Millionen sein können, dann wäre jeder Bitcoin heute halb so teuer und nichts wäre anders. Entscheidend ist nicht die Zahl, sondern dass sie feststeht.
Die Grenze steht dabei nicht als einzelne Zeile im Code, die jemand ändern könnte. Sie ergibt sich aus dem Ausgabeplan: Jeder neue Block erzeugt eine festgelegte, regelmäßig schrumpfende Menge neuer Bitcoin. Jeder Computer im Netzwerk prüft jeden Block gegen diesen Plan. Ein Block, der zu viele neue Bitcoin erzeugt, wird vom Netzwerk schlicht ignoriert.
Wie entstehen neue Bitcoin?
Neue Bitcoin entstehen ausschließlich beim Mining: Wer einen neuen Block an die Blockchain anhängt, erhält dafür eine Belohnung. Diese Belohnung halbiert sich etwa alle vier Jahre. Wie das Mining funktioniert, erklärt Was ist Bitcoin?
| Zeitraum | Belohnung pro Block | Neue Bitcoin pro Tag (ca.) |
|---|---|---|
| 2009 bis 2012 | 50 BTC | 7.200 |
| 2012 bis 2016 | 25 BTC | 3.600 |
| 2016 bis 2020 | 12,5 BTC | 1.800 |
| 2020 bis 2024 | 6,25 BTC | 900 |
| Seit April 2024 | 3,125 BTC | 450 |
| Ab ca. 2028 | 1,5625 BTC | 225 |
Aktuell wächst die Bitcoin-Menge um deutlich weniger als 1 Prozent pro Jahr. Zum Vergleich: Die weltweit geförderte Goldmenge wächst um etwa 1,5 bis 2 Prozent pro Jahr, die Euro-Geldmenge historisch deutlich schneller. Was das für die Kaufkraft bedeutet, lässt sich im Kaufkraft-Rechner nachrechnen.
Wann ist der letzte Bitcoin geschürft?
Rechnerisch um das Jahr 2140. Praktisch ist die Frage weniger dramatisch, als sie klingt: Schon Mitte der 2030er Jahre werden über 99 Prozent aller Bitcoin im Umlauf sein. Die letzten Bruchteile entstehen über ein Jahrhundert in homöopathischen Dosen.
Ab dann erhalten Miner keine neuen Bitcoin mehr, sondern nur noch Transaktionsgebühren. Ob diese Gebühren ausreichen, um das Netzwerk dauerhaft abzusichern, ist eine offene Frage, die unter Bitcoin Risiken hingehört. Sie stellt sich allerdings erst in Jahrzehnten.
Wie viele Bitcoin sind für immer verloren?
Verloren heißt: Der private Schlüssel ist weg, das Guthaben ist in der Blockchain sichtbar, aber für immer unzugänglich. Es gibt keine Hotline, die ihn zurücksetzt.
Analysefirmen wie Chainalysis und Glassnode schätzen die verlorene Menge auf 3 bis 4 Millionen Bitcoin. Der Großteil stammt aus den frühen Jahren, als Bitcoin fast nichts wert war und Festplatten mit Tausenden Bitcoin im Müll landeten. Dazu kommen rund 1 Million Bitcoin, die dem verschwundenen Erfinder zugerechnet werden und seit über 15 Jahren unangetastet sind.
Sicher sind diese Schätzungen nicht. Niemand kann von außen unterscheiden, ob ein Guthaben verloren ist oder nur geduldig gehalten wird. Immer wieder bewegen sich Bitcoin, die ein Jahrzehnt still lagen. Klar ist nur die Richtung: Die tatsächlich verfügbare Menge liegt spürbar unter 21 Millionen, und Verluste machen sie tendenziell kleiner, nie größer.
Kann die 21-Millionen-Grenze erhöht werden?
Technisch ja. Bitcoin ist Software, und Software lässt sich ändern. Die ehrliche Antwort ist also: Die Grenze ist keine Naturkonstante, sondern eine Regel, die das Netzwerk durchsetzt.
Praktisch müsste eine Änderung von nahezu allen Netzwerkteilnehmern übernommen werden: den Zehntausenden unabhängigen Computern, die die Regeln prüfen, den Minern und den Besitzern. Genau diese Gruppen hätten durch eine Erhöhung am meisten zu verlieren, denn sie würde den Wert jedes vorhandenen Bitcoin verwässern. Wer die Regel dennoch ändert, spaltet faktisch eine neue Währung ab, während das alte Bitcoin weiterläuft. Das ist mehrfach passiert, und keine Abspaltung hat Bitcoin ersetzt.
Die Grenze hält also nicht, weil sie unveränderbar wäre, sondern weil niemand mit Einfluss ein Interesse hat, sie zu ändern. Das ist eine soziale Garantie, keine physikalische. Bisher hat sie 17 Jahre gehalten.
Was bedeutet die Knappheit ökonomisch?
Ein festes Angebot heißt: Der Preis hängt allein an der Nachfrage. Steigt sie, kann kein zusätzliches Angebot nachproduziert werden, wie es bei Gold (mehr Förderung) oder Euro (Geldpolitik) möglich ist. Fällt die Nachfrage, fällt der Preis ungebremst, ein fester Vorrat stützt nichts.
Wichtig für die Einordnung: Knappheit allein erzeugt keinen Wert. Knapp sind viele Dinge, die niemand will. Die Knappheit macht Bitcoin nur dann interessant, wenn dauerhaft Nachfrage nach seinen Eigenschaften besteht. Warum es diese Nachfrage geben könnte und was dagegen spricht, behandelt Warum Bitcoin?
Fazit
21 Millionen ist die Obergrenze, rund 20 Millionen sind im Umlauf, 3 bis 4 Millionen davon vermutlich für immer verloren. Neue Bitcoin entstehen nach einem festen, öffentlich prüfbaren Plan, der um 2140 ausläuft. Die Grenze ist technisch änderbar, aber ökonomisch von niemandem gewollt, der sie ändern könnte.
Zahlen Stand Mitte 2026. Die Umlaufmenge ist öffentlich in der Blockchain einsehbar; Schätzungen zu verlorenen Bitcoin: Chainalysis, Glassnode.
Wie diese Seite arbeitet: Über diese Seite
Daten: Stand Juni 2026